PRES­SE­AR­TI­KEL ÜBER DIE ARBEIT DES VER­EINS

PRES­SE­MIT­TEI­LUN­GEN

Bun­des­wei­ter Dach­ver­band der Fried­hofs­ver­ei­ne gegrün­det

Unter Mit­wir­kung des „Ver­eins für Fried­hofs­kul­tur in Hal­le und dem Umland e.V.” wur­de am 30. Janu­ar 2020 in Ham­burg der deutsch­land­wei­te Dach­ver­band der Fried­hofs­ver­ei­ne gegrün­det. Es ist ein Zusam­men­schluss ehren­amt­lich-gemein­nüt­zig arbei­ten­der Ver­ei­ne, die sich für den Erhalt ihrer Fried­hö­fe als her­aus­ra­gen­de Orte der regio­na­len kul­tu­rel­len und his­to­ri­schen Über­lie­fe­rung wie oft auch als Natur­re­ser­va­te ein­set­zen und sich gegen­sei­tig Infor­ma­tio­nen und Unter­stüt­zung geben wol­len. Vie­le von ihnen, wie auch der hal­le­sche Ver­ein, über­neh­men Fried­hofs­füh­run­gen, Denk­mal­schutz­auf­ga­ben und Pfle­ge­ein­sät­ze. Anwe­send bei der Grün­dungs­ver­an­stal­tun­gen waren auch Stein­met­ze, Kir­chen­ver­tre­ter, Ver­tre­ter von kom­mu­na­len und kirch­li­chen Fried­hö­fen. Es gab inter­es­san­te Rede­bei­trä­ge zur Öffent­lich­keits­ar­beit, zum Denk­mal­schutz sowie zu För­der­töp­fen. Der Aus­tausch wird unter Betei­li­gung des hal­le­schen Ver­eins dau­er­haft fort­ge­setzt und dadurch die Arbeit ver­bes­sert und erleich­tert. » pdf

Gedenk­plat­te für die Fami­li­en­grab­stät­te Emi­lie und Lud­wig Beth­cke auf dem hal­li­schen Nord­fried­hof

Aus Anlass des 100. Jah­res­ta­ges der Errich­tung der Beth­cke-Leh­mann-Stif­tung initi­iert der im Mai 2006 gegrün­de­te Ver­ein für Fried­hofs­kul­tur in Hal­le und dem Umland e. V. eine Spen­den­samm­lung für die Schaf­fung einer Gedenk­plat­te auf der Fami­li­en­grab­stät­te von Emi­lie (19.6.1838–17.8.1910) und Lud­wig Beth­cke (2.11.1829–4.2.1911) auf dem hal­li­schen Nord­fried­hof. Die reprä­sen­ta­ti­ve Grab­stät­te ist zwar noch rela­tiv gut erhal­ten, jedoch fehlt jeg­li­cher Hin­weis auf die dort Bei­gesetz­ten sowie deren Bedeu­tung für die hal­li­sche Stadt­ge­schich­te. Am 5. März 1907 leg­te das kin­der­los geblie­be­ne Ehe­paar in ihrem Tes­ta­ment fest: „Aus unse­rem gemein­schaft­li­chen Nach­laß ist inner­halb drei Mona­ten nach dem Tod des Letzt­le­ben­den von uns ein Betrag von Einer Mil­li­on, zwei­hun­dert­fünf­zig­tau­send Mark der Stadt Hal­le a. / S. zur Ver­fü­gung zu stellen…Ferner sind der Stadt Hal­le zu übereignen…die nach fol­gen­den bezeich­ne­ten Grundstücke…Das Grund­stück Burg­stra­ße 45, die ‚soge­nann­te Wein­trau­be’ und das angren­zen­de Grund­stück, Gie­bichen­stein­stra­ße 8.“ Ver­bun­den mit der Stif­tung war ledig­lich die Auf­la­ge, dass auf dem Grund­stück eine nach evan­ge­li­schen Grund­sät­zen zu ver­wal­ten­de Stif­tung von der Stadt errich­tet wird, wel­che der her­an­wach­sen­den Jugend gewid­met sein soll­te.

Zur Aus­zah­lung gelang­ten nach dem Tod von Lud­wig Beth­cke an die Stadt Hal­le ein Stif­tungs­ver­mö­gen von ins­ge­samt 1. 679. 927 Gold­mark (inklu­si­ve des Wer­tes der Grund­stü­cke). Damit finan­zier­te die Stadt die Ein­rich­tung eines Kin­der­gar­tens und von Kin­der­hor­ten, den Bau eines Säug­lings­hei­mes und einer Kin­der­le­se­hal­le sowie zusätz­lich eine städ­ti­sche Frau­en­schu­le auf dem gro­ßen park­ähn­li­chen Grund­stück in der Burg­stra­ße 45. Die bereits am 18.10.1911 eröff­ne­te Frau­en­schu­le galt damals als die moderns­te und schöns­te in ganz Preu­ßen. 1914 schu­fen im Gar­ten die Archi­tek­ten Georg und Ulrich Roedi­ger (Plas­tik Eli­sa­beth Roedi­ger-Waecht­ler) ein noch heu­te erhal­te­nes Brun­nen­denk­mal im Jugend­stil zu Ehren der Stif­ter. Die Stif­tung erhielt den Namen Beth­cke-Leh­mann-Stif­tung und betreu­te Jugend­li­che bis etwa zum 20. Lebens­jahr. Aus Stif­tungs­mit­teln wur­de 1917/18 schließ­lich noch das Emi­li­en­heim als Säug­lings­heim (heu­te Kin­der­gar­ten, Riveufer 8) erbaut. Ganz im Sin­ne der Stif­ter wird heu­te das rie­si­ge Gelän­de vom Dia­ko­nie­werk Hal­le genutzt, und im moder­ni­sier­ten Beth­cke-Leh­mann-Haus befin­den sich eine Kin­der­ta­ges­stät­te sowie ein Behin­der­ten­heim. Neu errich­tet wur­de in den letz­ten Jah­ren das Alten­pfle­ge­heim „Johan­nes-Jäni­cke Haus“.

Lud­wig Beth­cke hat­te zunächst in Witt­stock in einem Waren­haus den Beruf eines Hand­lungs­ge­hil­fen erlernt. Im Som­mer 1851 trat er in das hal­li­sche Bank­haus H. F. Leh­mann ein, wur­de dort bald mit der Pro­ku­ra betraut und war von 1875 bis 1905 Gesell­schaf­ter der Fir­ma. In die­ser Eigen­schaft war er Mit­glied in zahl­rei­chen Vor­stän­den regio­na­ler Fir­men. Von 1866 bis 1904 gehör­te er der Stadt­ver­ord­ne­ten-Ver­samm­lung an und wur­de bei sei­nem gesund­heit­lich beding­ten Aus­schei­den am 28. Novem­ber 1904 für sei­ne Ver­diens­te bei der hal­li­schen Wirt­schafts­ent­wick­lung zum Ehren­bür­ger der Saa­le­stadt ernannt.