PRESSEMITTEILUNGEN

Aus Anlass des 100. Jahrestages der Errich­tung der Bethcke-Lehmann-Stiftung ini­ti­iert der im Mai 2006 gegrün­dete Vere­in für Fried­hof­skul­tur in Halle und dem Umland e. V. eine Spenden­samm­lung für die Schaf­fung ein­er Gedenkplat­te auf der Fam­i­lien­grab­stätte von Emi­lie (19.6.1838–17.8.1910) und Lud­wig Bethcke (2.11.1829–4.2.1911) auf dem hal­lis­chen Nord­fried­hof. Die repräsen­ta­tive Grab­stätte ist zwar noch rel­a­tiv gut erhal­ten, jedoch fehlt jeglich­er Hin­weis auf die dort Beige­set­zten sowie deren Bedeu­tung für die hal­lis­che Stadt­geschichte. Am 5. März 1907 legte das kinder­los gebliebene Ehep­aar in ihrem Tes­ta­ment fest: „Aus unserem gemein­schaftlichen Nach­laß ist inner­halb drei Monat­en nach dem Tod des Let­ztleben­den von uns ein Betrag von Ein­er Mil­lion, zwei­hun­dert­fün­fzig­tausend Mark der Stadt Halle a. / S. zur Ver­fü­gung zu stellen…Ferner sind der Stadt Halle zu übereignen…die nach fol­gen­den beze­ich­neten Grundstücke…Das Grund­stück Burgstraße 45, die ‚soge­nan­nte Wein­traube’ und das angren­zende Grund­stück, Giebichen­ste­in­straße 8.“ Ver­bun­den mit der Stiftung war lediglich die Auflage, dass auf dem Grund­stück eine nach evan­ge­lis­chen Grund­sätzen zu ver­wal­tende Stiftung von der Stadt errichtet wird, welche der her­anwach­senden Jugend gewid­met sein sollte.

Zur Auszahlung gelangten nach dem Tod von Lud­wig Bethcke an die Stadt Halle ein Stiftungsver­mö­gen von ins­ge­samt 1. 679. 927 Gold­mark (inklu­sive des Wertes der Grund­stücke). Damit finanzierte die Stadt die Ein­rich­tung eines Kinder­gartens und von Kinder­hort­en, den Bau eines Säugling­sheimes und ein­er Kinder­lese­halle sowie zusät­zlich eine städtis­che Frauen­schule auf dem großen parkähn­lichen Grund­stück in der Burgstraße 45. Die bere­its am 18.10.1911 eröffnete Frauen­schule galt damals als die mod­ern­ste und schön­ste in ganz Preußen. 1914 schufen im Garten die Architek­ten Georg und Ulrich Roedi­ger (Plas­tik Elis­a­beth Roedi­ger-Waechtler) ein noch heute erhaltenes Brun­nen­denkmal im Jugend­stil zu Ehren der Stifter. Die Stiftung erhielt den Namen Bethcke-Lehmann-Stiftung und betreute Jugendliche bis etwa zum 20. Leben­s­jahr. Aus Stiftungsmit­teln wurde 1917/18 schließlich noch das Emi­lien­heim als Säugling­sheim (heute Kinder­garten, Riveufer 8) erbaut. Ganz im Sinne der Stifter wird heute das riesige Gelände vom Diakoniew­erk Halle genutzt, und im mod­ernisierten Bethcke-Lehmann-Haus befind­en sich eine Kindertagesstätte sowie ein Behin­derten­heim. Neu errichtet wurde in den let­zten Jahren das Altenpflege­heim „Johannes-Jänicke Haus“.

Lud­wig Bethcke hat­te zunächst in Witt­stock in einem Waren­haus den Beruf eines Hand­lungs­ge­hil­fen erlernt. Im Som­mer 1851 trat er in das hal­lis­che Bankhaus H. F. Lehmann ein, wurde dort bald mit der Proku­ra betraut und war von 1875 bis 1905 Gesellschafter der Fir­ma. In dieser Eigen­schaft war er Mit­glied in zahlre­ichen Vorstän­den regionaler Fir­men. Von 1866 bis 1904 gehörte er der Stadtverord­neten-Ver­samm­lung an und wurde bei seinem gesund­heitlich bed­ingten Auss­chei­den am 28. Novem­ber 1904 für seine Ver­di­en­ste bei der hal­lis­chen Wirtschaft­sen­twick­lung zum Ehren­bürg­er der Saalestadt ernannt.

Erste Spenden für die Gedenkplat­te sind von Nach­fahren der Fam­i­lie Lehmann und vom Diakoniew­erk Halle bere­its verbindlich zuge­sagt. Zur Finanzierung benötigt der Vere­in jedoch noch weit­ere Spon­soren (Bankverbindung: 356792424, BLZ: 800 200 86 — Hypovere­ins­bank Halle. Kon­tak­t­möglichkeit für Rück­fra­gen: Dr. W. Müller, Tel.: 0345/5200292 (ab 18.00 Uhr).