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Gertraudenfriedhof Halle/Saale

Durch den Eingang am Landrain betritt man den rechteckigen Vorhof des Gertraudenfriedhofs. Er ist von einer Mauer und Resten einer Säulenreihe aus achteckigen Säulen umschlossen. Sie waren Teil einer Vorhofsituation, die bei einem Bombenangriff 1944 zerstört wurde. Bis dahin standen links und rechts neben dem großen fünffachen Eingangsportal zwei Einfamilienhaus große Verwaltungs- bzw. Wohnungsbauten für Inspektor, Aufseher und Obergärtner, vor denen die beiderseitigen Säulenreihen in überdachten Vorhallen endeten (Abb. 4 und 5).

Über einen, schon beim Betreten des Friedhofes im Blick liegenden Treppenaufgang geht der Besucher entweder auf die vor ihm liegende ca. 2 Meter erhöhte terrassenartige Ebene mit ihren überdachten Säulenhallen oder er geht rechts an ihr vorbei und erreicht den weiträumigen Vorplatz. In der Mitte des Vorplatzes erstreckt sich das bereits erwähnte Wasserbecken.

Auf der Terrasse, die vom Vorplatz aus über eine breite Freitreppe oder im Rechten Winkel verlaufende Rampen zu erreichen ist, ragt der monumentale, blockartig wirkende Zentralbau der großen Feierhalle empor. Er ist der Mittelpunkt des architektonischen Ensembels und steht in der Tradition antiker Memorialbauten auf den die gesamte Friedhofsanlage ausgerichtet ist. Das von vier Säulen getragene Portal mit schmucklosem Tympanon sowie die vertikal langgestreckte, rundbogige Blendgliederung vermitteln einen klassisch-antiken Charakter des Gesamtbaus. Bemerkenswert ist, dass die Feierhalle, die von außen einen quadratischen Grundriss aufweist, innen rund ist und unter dem gewölbten Walmdach in einer Kuppel abschließt. Im schlichten Innenraum dominieren eher kalte Blau- und Grautöne, welche die Aufmerksamkeit, verstärkt durch die vertikale Lisenengliederung des Rundbaus, auf die von acht Dreiviertelsäulen getragene Kuppel lenken. Die 1914 von Karl Völker (1889-1962) mit Engel-Fresken ausgemalte Kuppel stellt den gestalterischen Höhepunkt der Feierhalle dar (Abb. 6).

An beide Seiten der großen Feierhalle ist jeweils ein Querflügel angeschlossen. Der rechte Bau beinhaltet Warteräume und die schlichte kleine Feierhalle, der linke verschiedene Büroräume der Friedhofsverwaltung und eine kleine Kapelle. Diesen Bauten sind offene, überdachte Säulengänge vorgelagert. Die Gänge setzen sich im Rechten Winkel in überdachten Säulenhallen fort, die den seitlichen Abschluss der Terrasse bilden und jeweils in einem kleinem Raum enden.  >>> mehr  <<< zurück! 

 

Autor des Textes: Mathias Homagk M.A. - Mail: moe-homagk@gmx.de

 

 



Eingang am Landrain, Foto M. Homagk


Eingang am Landrain um 1920, Foto Stadtarchiv Halle


Fresken an der Kuppel der großen Feierhalle, Foto M.Homagk